Bücher

ALEXANDER SCHELL

Bücher.

Stadt der Diebe.

DAVID BENIOFF

Eier im Leinensack.

„Stadt der Diebe“ wurde mir empfohlen. Ich habe es gleich bestellt – und dann erst einmal im Bücherregal vergessen. Als ich wieder richtig Lust aufs Lesen hatte, fiel es mir in die Hände. Ich fing an und konnte es kaum noch aus der Hand legen.

Der Roman spielt im Zweiten Weltkrieg, im belagerten Leningrad. Zwei Männer, die sich zufällig begegnen, bekommen eine fast aussichtslose Aufgabe, die mit einer Hochzeitstorte zu tun hat.

So rau die Geschichte auch ist: Sie steckt voller Herz und Seele und ist unglaublich fesselnd geschrieben. Ein Buch, das einen nicht mehr loslässt und das man auch ein zweites Mal lesen kann. Gerade in unserer heutigen Welt wirkt diese Geschichte nach.

Der Millionär und der Mönch.

JULIAN HERMSEN

Eine wahre Geschichte über den Sinn des Lebens

Ein buddhistischer Mönch in orangefarbener Robe vor einem Tempel, als Tusche- und Aquarellillustration.

Meine Mutter erzählte mir einmal von einem erfolgreichen Geschäftsmann, der alles aufgegeben hatte, um in einem buddhistischen Kloster zu leben. Ich glaube, sie hatte ein Interview mit ihm im Radio gehört. Diese Geschichte hatte sie fasziniert – und sie blieb auch bei mir hängen.

Als ich später „Der Millionär und der Mönch“ entdeckte, war meine Mutter bereits gestorben. Sofort musste ich an sie denken: Das musste die Geschichte sein, von der sie mir erzählt hatte. Ich bestellte das Buch und las es an einem einzigen Tag aus. Draußen, in der Frühlingssonne. Es hat mich tief bewegt.

Im Mittelpunkt steht ein erfolgreicher Geschäftsmann, der trotz seines Wohlstands erschöpft und unglücklich ist. Eine Reise in ein buddhistisches Kloster in Thailand bringt ihn dazu, sein bisheriges Leben zu hinterfragen. Was braucht man eigentlich, um glücklich zu sein? Und wie viel von dem, wonach wir ständig streben, steht uns dabei vielleicht sogar im Weg?

Neben der Geschichte sind mir besonders die buddhistischen Gedanken und Zitate in Erinnerung geblieben. Ich hatte beim Lesen stellenweise fast Tränen in den Augen. Damals hatte ich noch keine Kinder, und für einen Moment schien mir die Vorstellung ziemlich verlockend, selbst alles hinter mir zu lassen.

Zwei Wochen in einem buddhistischen Kloster würde ich selbst gern einmal verbringen. Einfach raus aus Nachrichten, Handy und dem ganzen täglichen Lärm. Dass ich gleich für immer dort bleibe, müssen meine beiden kleinen Töchter allerdings nicht befürchten.

Außerdem müsste sich erst zeigen, wie weit meine Begeisterung trägt, wenn aus dem schönen Bett eine Strohmatratze wird, das große, saubere Bad einem Plumpsklo weicht und morgens kaltes Wasser auf mich wartet. Ich bin da ziemlich verwöhnt und manchmal so penibel, dass es mich selbst nervt. Vielleicht wäre genau das eine interessante Erfahrung: herauszufinden, wie viel ich von dem, was ich unbedingt zu brauchen glaube, tatsächlich brauche.

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